G-Sensor - Sinn und Zweck bei Autokameras/Dashcams

G-Sensor

In diesem Artikel werde ich ein spezielles Bauelement, den G-Sensor, erläutern und erklären. Dieser Sensor wird oft bei Dashcams/Autokameras eingesetzt bzw. beworben. 

 

1 . Was ist ein G-Sensor?

Der G-Sensor ist ein Beschleunigungssensor, welcher seine Beschleunigung misst. Mit Beschleunigung ist positive und negative Beschleunigung gemeint. Negative Beschleunigung ist Abbremsen. Darunter fällt auch abruptes, ungewolltes Abbremsen wie bei einem Auffahrunfall.

 

2 . Wozu wird ein G-Sensor bei einer Autokamera genutzt

Bei einer Autokamera wird der G-Sensor dazu genutzt um Erschütterungen zu registrieren. Wird eine Erschütterung registriert, so wird die aktuelle Aufnahme vor dem Überschreiben durch das Loop-Recording geschützt. Außerdem werden Aufnahmen, welche durch den G-Sensor ausgelößt werden auch meist in ein extra Verzeichnis auf der SD-Karte gespeichert. Meist tragen die Verzeichnisse dann Namen wie "Alarm" oder "Emergency".

Info: Das sogenannte "Loop-Recording" sorgt dafür, das ältere Aufnahmen gelöscht werden um Platz für Neu zu schaffen.

Bei den ersten Dashcams die ich getestet habe war der Speicher (SD-Karten) noch recht teuer und auch die Kapazität war gering. Wegen der geringen Kapazität wurden die Aufnahmen relativ schnell überschrieben. Deshalb war es durchaus sinnvoll, das wichtige Aufnahmen vor dem Überschreiben geschützt wurden. Allerdings sind SD-Karten inzwischen sehr günstig zu haben und eine 64 Gb Speicherkarte kostet etwa 20 Euro (Stand 07.08.2018).

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Deshalb steht nun auch genug Speicher zur Verfügung um Video von mehreren Autofahrten am Stück zu speichern. Wer ganz normal zum Einkaufen und zur Arbeit fährt der kann Videomaterial von mehreren Tagen speichern. Aufnahmen werden also nicht mehr einfach schnell überschrieben. Aus diesem Grund benötigen wir den G-Sensor auch nicht mehr wirklich um die Aufnahmen vor dem Überschreiben zu schützen, da wir heutzutage genug Speicher in der Kamera haben.

 

3 . G-Sensor und Fehlalarme

Der G-Sensor kann in aller Regel über das Menü der Autokamera konfiguriert werden und hat meist drei Stufen: leicht, mittel und stark. Meine Erfahrung hat gezeigt, das stark meist sehr schnell auslöst und Geschwindigkeitsplattformen in 30er Zonen dann einen G-Sensor Alarm auslösen. Es werden so sehr viele Alarmaufnahmen erzeugt, welche keine sind. Auf die Dauer kann die Speicherkarte auf diese weise "zugemüllt" werden. 

Jetzt können wir natürlich auch leicht oder mittel wählen. Leicht ist dann aber eventuell auch wieder zu schwach. Diese Methode ist also nicht sehr zuverlässig. 

 

4 . G-Sensor für die Parküberwachung?

Kamera mit G-Sensor
Kamera mit G-Sensor
Kamera mit G-Sensor

Manche Hersteller bewerben den G-Sensor zur Parküberwachung. Theoretisch könnte das funktionieren, allerdings müsste die Erschütterung dafür stark genug sein um den Sensor auszulösen. Wenn jemand den Lack zerkratzt löst das beispielsweise keine Erschütterung aus und auch ein Tritt an den Spiegel löst den G-Sensor nicht aus. Vielleicht würde er auslösen wenn jemand mit einem Abrisshamer die Motrobaube zertrümmert? Das ist also keine zuverlässige Methode.

Wer eine Parküberwachung wünscht, der sollte eher auf die Bewegungserkennung (Motion detection) setzen und nicht auf einen G-Sensor.

Weiterführender Artikel zum Thema: Auto demoliert? Wie kann ich das Auto beim Parken überwachen?

 

 

5 . Fazit

Aufgrund der großen Kapazität ist es nicht mehr wirklich nötig Aufnahmen vor dem Überschreiben zu schützen. Ich persönlich nutze diese Funktion auch nicht mehr aktiv. Bei den meisten Dashcams kann der G-Sensor auch komplett deaktiviert werden.

 

Weiterführende Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Beschleunigungssensor

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